Südafrika

Khayelisha Care Projekt (KCP)

Südafrika hat weltweit die höchste HIV/AIDS-Rate und liegt auch bei der Kriminalität an führender Position. Daraus folgt, dass viele Menschen sterben, und ihre Kinder bleiben verwaist zurück. Manche dieser Kinder werden durch eine Großmutter oder einer Verwandten notdürftig versorgt. Andere haben weder Versorgung noch Unterkunft.

Im Jahr 2002 hat die Rock of Life Church in Tugela Ferry, Südafrika, ein Projekt begonnen, um viele der mittellosen Kinder im Msinga-Bezirk von KwaZulu-Natal zu unterstützen. Dies ist das Khayelisha Care Project (KCP). Im selben Jahr konnte die Msinga e.V. die Errichtung eines Hilfezentrums unterstützen. Daraufhin konnten die ersten "hilfsbedürftigen Kinder" aufgenommen werden.

Durch Zuschüsse von "Global Fund" (die gegen HIV, TB und Malaria kämpft) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) begann eine Palliativstation für Kinder, die unter lebensbedrohlichen und lebensverkürzenden Bedingungen lebten, 3 Häuser wurden gebaut für Kinder mit schwerwiegenden körperlichen, emotionalen und sozialen Herausforderungen sowie auch ein umfassendes Versorgungs- und Unterstützungsprogramm für mittellose Kinder im Msinga-Bezirk, das von hingebungsvollen und fähigen Kindersozialarbeiterinnen durchgeführt wird.

Dieses Versorgungs- und Unterstützungsprogramm beinhaltet:

  • Essensversorgung: Dringende Unterstützung durch Lebensmittelpakete (ungefähr 200 Familien erhalten so ein Paket monatlich) wie auch Hilfe, um selbst einen Garten anzupflanzen; Hilfe bei Beantragung von staatlicher Unterstützung
  • Soziale Sicherheitsunterstützung: KCP erleichtert den Zugang zu sozialen Zuschüssen und anderen Dienstleistungen, die von staatlichen Stellen gewährt werden. Es unterstützt bei Erkennung der Notwendigkeit, ein Kind aus unzumutbaren Lebensumständen in eine alternative Unterbringung zu ermöglichen.
  • Palliativ-Versorgungs-Zentrum: Seit 2007 bietet das Zentrum Palliativunterstützung für chronisch kranke Kinder an.
  • Reichweite der Kommune: 10 Kindersozialarbeiterinnen, die an der Kommune angeschlossen sind, unterstützen ungefähr 500 bedürftige Kinder und ihre Familien. Diese Sozialarbeiterinnen führen Präventionsprogramme in örtlichen Schulen durch, um Schulkindern zu helfen, nicht in sexuelle Ausbeutung und Versklavung zu fallen.
  • Reach4Life Programm: Dieses Programm bringt Teenager- und Erwachsenengruppen in der Kommune zusammen. Es bietet eine biblische Basis an für Lebensfragen und Charakterentwicklung.
  • HIV-Prävention: Das HIV-Präventionsprogramm hilft Kindern und Jugendlichen, sich positive Zunkunftsziele zu setzen, negative Verhaltensmuster zu erkennen, auch verfrühte sexuelle Aktivität, welches ihre Zukunft riskiert. Desweiteren beinhaltet es Klärung von Werten, Erwerb von Kommunikationsfähigkeit und Auswahl von wenigstens einem Erwachsenen, der Unterstützungs- und Vorbildfunktion hat. Für die Kleinen gibt es das "Be Safe!"-Programm, um sie vorzubereiten, potentielle gefährliche Situationen zu erkennen und den Umgang damit, besonders körperlichen und sexuellen Missbrauch.
  • Unterstützungsgruppen: Das "You can take charge!"-Programm (übersetzt: Du kannst Verantwortung übernehmen!) unterrichtet jugendliche Mädchen und junge Frauen, wie sie sich Ziele für ihr Leben setzen können und wie sie sie erreichen können. Es beinhaltet insbesondere gesundheitliche Entscheidungen um Sexualität und Beziehungen. Es gibt "schwangere Jugendliche"-Unterstützungsgruppen, die in "junge Mütter"- und "junge Väter"-Programme münden, wenn die Mädchen entbunden haben. Ein starker Fokus liegt darauf, diese Mädchen wieder in die Schule einzugliedern, damit sie ihren Schulabschluss machen. Ein anderer Schwerpunkt liegt darauf, eine Generation von effektiven und Verantwortung übernehmenden Eltern zu fördern trotz der Herausforderung, dass sie Eltern sind, obwohl sie emotional und sozial noch sehr jung sind.
  • Trainingseinheiten: Ein "Elterntrainingsprogramm" über 8 Einheiten rüstet schwangere Mütter, Mütter, Großmütter und andere Geschwister aus, die Kinder aufzuziehen und zu erziehen, um effektive Eltern zu sein. Das kürzere "You can do it!"-Programm rüstet Eltern aus, auf Werten basierende sexuelle Erziehung den Kindern in ihrer Obhut zu vermitteln.
  • Geistliche und emotionale Unterstützung: Durch unseren Bezug zu Waisen und ihren Familien nehmen wir uns Zeit, sie auf Gott hinzuweisen, der unser Helfer in allen Umständen ist. Wir bieten Trauerseelsorge und Erinnerungsarbeit an, wo Bedarf bei Kindern und ihren Familien besteht.

Seit 2016, als die letzten Zuschüsse von Global Fund kamen, hat die Msinga e.V. zusammen mit anderen Organisationen eine entscheidende Rolle gespielt, um die Arbeit bei KCP Basisstation, Sozialarbeiterinnen und Projekten am Laufen zu halten.

Sie können einen Teil der KCP-Arbeit sein, indem Sie sie regelmäßig oder bei einzelnen Projekten unterstützen. Ganz herzlichen Dank!

Patenschaften

Wir unterstützen neben den Kindern, die Zentrum des KCP leben, auch Kinder, die noch in ihren Familien oder bei Verwandten leben. Die Unterstützung erfolgt über Patenschaften: deutsche Pateneltern finanzieren den Unterhalt der bedürftigen Kinder (Schulgeld, Schulkleidung usw.).
Zurzeit werden etwa 40 Kinder durch eine Patenschaft unterstützt, weitere warten noch auf Unterstützung. Unter Leitung von Elzeth Malherbe und Willana Pretorius vom Khayelisha Care Project betreut ein erfahrenes Team die Kinder und sorgt dafür, dass sie das bekommen, was sie benötigen.

Hebron Projekt

Ergänzend zum Khayelisha Care Project (KCP) wurde durch Global Fund in der Nähe von Tugela Ferry ein Kinderdorf errichtet. Dort wohnen Waisen für längere Zeit in familienähnlichen Hausgemeinschaften. Auf dem 15,6 ha großen Areal wurde auch ein Spielplatz gebaut und einige Flächen für Gemüseanbau genutzt. Neben Organisationen aus Südafrika, USA und einigen anderen Ländern unterstützt und fördert Msinga e.V. diese Projekte.
Durch das Ausscheiden von Global Fund als Unterstützer im März 2016, sind die anderen Unterstützer und auch der Msinga e.V. herausgefordert, weiter ausreichende Unterstützung zu gewährleisten.

Lobethal-Schule

Debbie Moll (Rektorin): Im Jahr 1993 wurde die Lobethal-Schule als Antwort auf viele Anfragen von  Gemeindemitgliedern in Tugela Ferry gegründet. Obwohl sie auf die Mitglieder der Rock of Life Kirche beschränkt war, ist sie nun auch für andere Kirchen in Tugela Ferry offen. Die Schule wächst schnell und wird im Jahr 2018 350 Schüler haben. Wir sehen dies als eine besondere Gelegenheit, in das Leben vieler Kinder in unserer Region zu investieren.

Die Schule ist auf 2 Orte verteilt: Eine für Klasse 4-12, und die andere von der Vorschule bis Klasse 3. Der alte Ort ist auf dem Grund und Boden der Rock of Life Kirche in Tugela Ferry. Dort gibt es wenig Möglichkeit zu expandieren oder Sportplätze zu haben. Am neuen Ort, wo unsere Verwaltung sein wird, hat es viel Platz. Wir sind in der Phase, dieses große Grundstück zu bebauen. Wir haben bereits 5 Klassenräume und sind dabei, einen großen Sportplatz zu bauen. Wir hoffen, dass wir im Jahr 2018 zwei weitere Klassenzimmer bauen können. Unser Plan ist, so wie die Mittel erlauben, nach und nach die ganze Schule auf dieses neue Gelände umzuziehen.

Die Schüler haben die Möglichkeit, eine gute allgemeine Ausbildung zu erhalten. Wir haben eine auf christlichen Werten basierende Erziehungsgrundlage, wo die Schüler regelmäßig das Evangelium hören und ermutigt werden, dem Herrn Jesus Christus zu dienen. Die Schule hat auch das Ziel, die Ausbildung ihrer Lehrer zu verbessern und Lehrer in Ausbildung zu helfen bei ihrer Qualifikation.

Rock of Life Church, Tugela Ferry

Msinga e.V. unterstützt die Rock of Life Church in Tugela Ferry. Die Gemeindeglieder sind fast ausschließlich Zulus. Leiter der Gemeinden ist Barney Mabaso mit einem Team von Ältesten und Diakonen. Die Leitung in der Muttergemeinde in Tugela Ferry, hat er dieses Jahr Bethuel Ngubane abgegeben.

Um die Gemeinde auch geistlich zu fördern kamen seit 2002 Bibelschuldozenten aus Südafrika und USA und vermittelten eine fundierte biblische Lehre. Einige konnten in diesem Rahmen sogar eine Prüfung ablegen und erhielten so eine Qualifikation. So ausgerüstet gehen oft Teams in Schulen, Krankenhäuser und Gefängnisse zum Evangelisieren. Die Gemeinde arbeitet mit Organisationen wie Operation Mobilisation (OM), verschiedenen Gemeinden aus Johannesburg, Kapstadt, aus der USA und Australien zusammen. Gruppen aus anderen Kirchgemeinden unterstützen die Arbeit auch durch geplante Einsätze.

​Die Gemeinde in Tugela Ferry ist sehr lebendig und evangelistisch aktiv, was viele Menschen aus der Umgebung angezogen hat. Viele von diesen Gottesdienstbesuchern hatten weite Wege und kamen zu Fuß zur Gemeinde. Mittlerweile konnten rund um Tugela Ferry etwa 20 eigene Gemeinden gegründet werden, von denen nun sogar 5 ein eigenes Kirchgebäude gebaut haben.